Der großflächige Stromausfall auf der iberischen Halbinsel im April dieses Jahres rief sofort Energiewende-Zweifler auf den Plan: „Der erste Blackout der grünen Ära“ titelte der Focus. Kann das auch in Deutschland passieren?
Laut der spanischen Energieministerin Sara Aagesen soll ein plötzlicher Stromausfall in einem Umspannwerk im südspanischen Granada den landesweiten Blackout ausgelöst haben. Sekunden später fielen demnach weitere Anlagen in Badajoz und Sevilla aus, die Stromerzeugung in diesen Regionen brach innerhalb von 20 Sekunden um 2,2 Gigawatt ein. So kam es zu einer Reihe von Notabschaltungen und das gesamte Stromnetz der iberischen Halbinsel kollabierte.
Darum muss man sich aber hierzulande keine Gedanken machen: Deutschlands Stromnetz gilt als eines der sichersten und stabilsten weltweit. Laut Bundesnetzagentur mussten deutsche Haushalte 2023 im Durchschnitt knapp 13 Minuten ohne Strom auskommen. Das ist etwa so viel wie im Schnitt der vergangenen zehn Jahre. Windräder und große Photovoltaikanlagen sind individuell steuerbar, können also vom Netzbetreiber abgeriegelt werden, wenn sie mehr Strom liefern als gerade benötigt wird. Zusammen mit Batteriekraftwerken erbringen sie auch Leistungen, die das Stromnetz stabil halten.
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) nahm den Blackout zum Anlass für die
Planung neuer Gaskraftwerke: Bis zu 20 Gigawatt an neuen Gaskraftwerken will sie bauen lassen. Das würde allerdings die EU-Richtlinien für Energiebeihilfen unterlaufen.
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